Das Lesecafé
Gedichte voll Trauer,
erdrückende Not.
Ein eisiger Schauer, die
Sehnsucht nach dem Tod.
So waren meine Gedichte, so
war mein Leben.
Es ist nicht lang her, es
war gerade eben.
So tief war ich unten, als
ich dann,
in das internationale
Lesecafé kam.
Ihr wart richtig sauer, ich
fühlte eure Wut.
Ihr fandet meine Sehnsucht
nach dem Tod nicht gut.
Dann schrieb ich Gedichte,
voll Freude und Glück.
Ich schrieb diese Gedichte
und blicke voll Stolz zurück.
Und was macht ihr? Ihr
alten, keifenden Weiber?
Denkt ihr etwa, ihr seid
gescheiter?
Ihr lästert hinter meinem
Rücken über mich!
Diese Gedichte gehen euch
gegen den Strich!
Einen wählt ihr aus und
schickt ihn zu mir.
Diese Person soll sagen,
dass ich so etwas nicht lesen darf, hier.
In mein Tagebuch soll ich
diese Dinge schreiben.
Keinem auf der Welt soll ich
sie zeigen.
Ihr meint, dass ich die Leute
im Lesecafé verscheuche?
Seht in den Spiegel, dann
erkennt ihr die Seuche!
Öffnet eure Augen und seht
der Wahrheit Licht.
Doch seid ihr wohl blind,
und erkennt die Wahrheit nicht.
Euch passt nichts was ich
schreibe? Nun, das ist mir egal!
Denn hier seht ihr mich
heute das letzte Mal!
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